Kassensysteme machen Geschäftsabläufe transparent
Moderne Kassensysteme sind nicht nur dazu da, die Umsätze zu buchen oder das Geld in der Schublade aufzubewahren. Viele Unternehmer haben in der Zwischenzeit erkannt, dass die Daten, die ein Kassensystem speichert, ungeahnte Möglichkeiten zur Kontrolle und Übersicht über einen Betrieb bieten. Bei jedem Umsatz, den ein Kunde tätigt und der von den Mitarbeitern in das Kassensystem eingebucht wird, wird dieser Artikel vom Warenbestand abgezogen. Die meisten Kassensysteme sind heute in der Lage eine große Menge an Artikeln und Warengruppen zu verwalten, dazu die Bediener und Arbeitszeitdaten. Arbeiten mehrere Kassensysteme im Netzwerk, wird unter den Kassensystemen die Information bei jedem Bedienvorgang ausgetauscht, so dass von einer einzigen Kasse aus sämtliche Daten aus allen Kassensystemen ausgelesen werden können. Das Auslesen der Daten kann entweder per Datenfernübertragung über Telefon oder das Internet erfolgen, oder falls vorhanden auch über ein internes Netzwerk. Im zentralen PC können diese Daten in einer Warenwirtschaft und aller Art von anderen Back Office Programmen ausgewertet werden. So können Statistiken über Umsatz pro Stunde, pro Tag, pro Woche oder Monat erstellt werden. Die Umsätze können in Beziehung zu den einzelnen Mitarbeitern gebracht werden, so dass der Arbeitgeber weiß, welcher Mitarbeiter die besten Umsätze erzielt und wer nur schlechte Umsatzzahlen aufzuweisen hat. Sehr wichtig ist für jeden Unternehmer auch, zu wissen, welche Waren sich noch im Lager befinden, wie viele Artikel verkauft worden sind, von welchem Lieferanten die am besten verkauften Artikel stammen oder was nachbestellt werden muss. Automatische Bestellvorschläge aus dem Warenwirtschaftssystem helfen dabei, immer die benötigten Artikel vorrätig zu haben. Dabei kann der Lagerbestand klein gehalten werden. So werden Kosten gespart für zusätzlichen Lagerplatz, Energie, falls die Waren gekühlt werden müssen und auch für die Vorfinanzierung einer großen Lagerhaltung. Die Umsatzstatistiken können über frei wählbare Zeiträume erstellt werden. Damit kann zum Beispiel der Personaleinsatz wesentlich effektiver geplant werden, weil die umsatzstarken und umsatzschwachen Zeiten deutlich erkennbar werden. Auch die Darstellung der Geschäftsverläufe dem Finanzamt gegenüber kann mit Hilfe der Daten aus den Kassensysteme n erleichtert werden. Um diese Daten manipulationssicher zu machen wird per Gesetzgeber in Zukunft in jedem Kassensystem ein so genannter Fiskal Speicher Pflicht. Das ist ein spezieller Chip, der Manipulationen am Journal oder an anderen im Kassensystem gespeicherten Daten erkennbar machen soll. Die Frist wird bis zum Jahr 2013 gehen. Bis dahin muss jedes Geschäft, vor allem Gastronomie und Taxiunternehmen, in deren Taxameter dieser Chip auch eingebaut werden kann, mit modernen Kassensystem en mit Fiskal Speicher ausgerüstet sein. So wird der Nachweis von Umsätzen und Arbeitszeiten der Mitarbeiter dem Finanzamt gegenüber transparent und Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit sollen damit eingedämmt werden, so die Pläne der Regierung bei der Gestaltung des Gesetzesentwurfs.